Ein Paradigmenwechsel zum Thema Diversität

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Goldman Sachs engagiert sich für Frauen im Vorstand

Der Goldman-Sachs-CEO David Solomon hat im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels in Davos ange­kündigt, dass die US-Investmentbank ab dem 1. Juli 2020 nur noch Unternehmen an die Börse begleiten wird, deren Verwaltungsrat nicht rein männlich und weiß besetzt ist. Dabei läge ein Schwerpunkt auf dem Thema Geschlechter-Diversität. Ab 2021 müssen mindestens zwei Personen diese Diversitäts-Kriterien erfüllen. Diese Firmenstrategie leitet nicht nur auf der Verwaltungs­ratsebene einen Paradigmenwechsel zum Thema Diversity ein.

Die Fakten

Die Steigerung des Anteils der Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten geht nur schleppend voran, so auch ein Artikel der Süddeutschen Zeitung Anfang 2019. Gemäß statista.com lag der Frauenanteil in den Vorständen der 100 bzw. 200 größten deutschen Unternehmen im Jahr 2019 bei 10,4 Prozent. Im Vergleich zu 2006 stellt dies zwar eine deutliche Steigerung dar (damals lag die Quote noch bei 1,2 Prozent), ist aber noch weit von einer ausgewogenen Besetzung entfernt.

Die Gründe

Die Frage lautet, ob Frauen weniger leisten und daher zu Recht auch weniger vertreten sind. In einem Bericht der Zeit Online wird dies sehr eindrücklich am Beispiel des Wissenschaftsumfeldes untersucht. Danach zeigt eine Reihe neuerer Studien, dass die Gründe für den Gender-Gap sehr viel tiefer liegen – Stichwort: Unconscious Bias, „unbewusste Voreingenommenheit“. Männer wie Frauen haben gesell­schaft­liche Geschlechterstereotype derart verinnerlicht, dass sie ihre Entschei­dun­gen und Bewer­tungen unbewusst beeinflussen – zum Nachteil der Frauen. Im Wissenschafts­umfeld sind in den vergangenen 10 Jahren rund 212 Millionen Euro an Wissenschaftler geflossen und nur 52 Millionen an Wissenschaftlerinnen. Gleiches gilt für Wissenschaftspreise, 184 Preise gingen an Männer, nur 34 Preise bekamen Frauen verliehen.

Fazit

Gesellschaftliche Stereotypen führen dazu, dass es laut dem Manager Magazin „Weniger Frauen in Vorständen gibt als Männer, die Thomas heißen“. Die wachsende Aufmerksamkeit für das Thema „Unconscious Bias“ wird auf dem Weg zu mehr Diversität eine wichtige Rolle spielen. Die finanzielle Komponente, die durch die neue Strategie von Goldman Sachs ins Spiel kommt, wird jedoch einen wesentlich effektiveren Einfluss auf die Entscheidungen nehmen. Dies wird nicht nur zu mehr Diversität in Verwaltungsräten, sondern über den Vorbildcharakter von weiblichen Führungskräften zu mehr Diversität auf allen Ebenen führen.

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